Chronik der Löschgruppe Roggendorf/Thenhoven

 

- 1906 -

Im Mai des Jahres 1906 fanden sich einige tatkräftige Männer im Doppeldorf Roggendorf/Thenhoven zusammen und gründeten eine Freiwillige Feuerwehr. Es waren fast alles selbständige Handwerker der beiden Ortschaften.

Die Leitung der Wehr wurde damals dem Schuhmachermeister Anton Klefisch übertragen, der sich mit aller Kraft einsetzte, so dass die junge Wehr einen schnellen Aufschwung nahm. Die Ausrüstung ließ damals viel zu wünschen übrig. Mit mangelhaften, primitiven Geräten musste man bei einem Brand dem Feuer zu Leibe rücken, über das man trotzdem aber irgendwie Herr wurde.

- 1914 -

Bei Ausbruch des ersten Weltkrieges schrumpfte die Wehr durch Einberufungen zusammen. Um den Feuerschutz sicherzustellen, mussten neue Kräfte herangezogen und ausgebildet werden. Nach dem ersten Weltkrieg im Jahre 1918 trat der bisherige Brandmeister Klefisch wegen seines Alters vom aktiven Wehrdienst zurück und Wilhelm Paar übernahm die Leitung.

Im Jahre 1922 wurde die Bürgermeisterei Worringen, auch zum Vorteil der Freiwilligen Feuerwehr, in den Stadtbezirk eingemeindet. 1921-1922 nahm die Wehr einen großen Aufschwung, da sich viele junge Männer für den Ehrendienst zu Verfügung stellten.

Im Jahr 1934 musste Brandmeister Paar aus Gesundheitsrücksichten sein Amt zur Verfügung stellen und Wilhelm Freiberg übernahm vorübergehend die Leitung der Wehr. Ihm folgte Christian Klefisch, welcher durch Heirat im Jahre 1936 nach Köln-Nippes verzog. Peter Schäfer wurde sein Nachfolger.

- 1939 -

Bei Ausbruch des Zweiten Weltkrieges wurde Peter Schäfer für ein Jahr zur Berufsfeuerwehr einberufen und der frühere Brandmeister Paar übernahm vorübergehend die Leitung der Wehr. Nach dem Kriege wurde die Wehr vor eine große Aufgabe gestellt, galt es doch, dieselbe wieder neu aufzubauen und die entstandenen Lücken durch jüngere Kräfte aufzufüllen.

Im Jahre 1949 wurde das alte Gerätehaus niedergerissen und durch Selbsthilfe der Kameraden ein größeres und schöneres erstellt. 1956 erlebte die Wehr unter Führung von Wehrführer Peter Schäfer einen großen Aufschwung. Im Jahre 1959 dankte Peter Schäfer als Wehrführer auf Grund seines Alters ab. Peter Schäfer war als aktiver Feuerwehrmann 25 Jahre Wehrführer der Löschgruppe Roggendorf/Thenhoven. Als Nachfolger wurde Brandmeister Willi Spix zum Wehrführer gewählt.

 

 

- 1960 -

Im Jahre 1960 bekam die Wehr ihr erstes Löschfahrzeug und unter Führung des neuen Wehrführers wurde sie zu einer schlagkräftigen Löschgruppe ausgebildet. Wir können heute mit Stolz sagen, dass sich unsere Wehr in vielen Einsätzen gut bewährt hat.

Am 4. Juni 1962 wurde der Kamerad Jakob Schlosser nach bestandenem Brandmeisterlehrgang zum Brandmeister befördert und als Stellvertreter des Wehrführers eingesetzt. Im Jahre 1966 trat unsere Wehr dem Katastrophenschutz bei.

Am 25. Oktober 1968 wurden wir mit vier weiteren Löschfahrzeugen ausgerüstet und der 1. Feuerwehrbereitschaft zugeteilt. Da wir zu diesem Zeitpunkt nur über ein Gerätehaus verfügten, in dem ein Fahrzeug untergestellt werden konnte, mussten wir die vier neuen Löschfahrzeuge vorübergehend in Köln-Worringen unterstellen.

- 1970 -

Im Sommer 1970 wurde vom Katastrophenschutz eine hier im Ort von privater Hand gebaute Kfz-Halle angemietet und unserer Löschgruppe als Gerätehaus übergeben. Nach dem Umzug ins neue Gerätehaus wurde der Dienst wieder normal durchgeführt.

Im Jahre 1976 feierte die Löschgruppe mit der Ausführung des Stadtfeuerwehrtages gleichzeitig ihr 70-jähriges Bestehen. Großer Andrang war an allen Festtagen zu verzeichnen.

Im Dezember 1977 wurde OBM Wilhelm Spix nach 18-jähriger Löschgruppenführertätigkeit aus gesundheitlichen Gründen in die Altersabteilung übernommen. Der Nachfolger wurde sein jahrelanger Stellvertreter BM Jakob Schlosser.

Am 12. April 1978 wurde OFM Anton Odendahl zum Unterbrandmeister und im April 1979 zum stellvertretenden Löschgruppenführer ernannt.

Ende des Jahres 1979 nahm die Wehr an einem Lehrgang für schweren Atemschutz teil. Gleichzeitig wurde von der Stadt Köln neues technisches Gerät übergeben. Das Interesse der Stadt Köln an den Freiwilligen Feuerwehren wurde durch die Leitung der Berufsfeuerwehr besonders gefördert. Bis heute ist man stets darauf bedacht, die Ausrüstung und auch die Ausbildung auf dem neuesten Stand zu halten.

- 1980 -

Am 16. und 17. Mai 1981 feierte die Löschgruppe ihr 75jähriges Bestehen mit einem gelungenen bunten Samstagabend im Festzelt an der Further Straße. Dabei gedachte man am Sonntagmorgen in einer heiligen Messe der gefallenen und verstorbenen Kameraden der Wehr. Anschließend wurde am Ehrenmal ein Kranz niedergelegt. Während des folgenden "Musikalischen Frühschoppens" im Festzelt wurde die Löschgruppe von zahlreichen Ehrengästen geehrt. Branddirektor Paul Detmer beförderte in diesem Zusammenhang Brandmeister Jakob Schlosser zum Oberbrandmeister und Gerd Engels zum Unterbrandmeister. Mit großer Freude wurde auch die gemachte Zusage über ein neues Löschfahrzeug (LF 8), das im Herbst geliefert werden sollte, von den Feuerwehrkameraden entgegengenommen. Zum Sonntagnachmittag hatte die Wehr mehr als 300 Senioren zu Kaffee und Kuchen ins Festzelt eingeladen.

Im Jahre 1982 wurden der Löschgruppe 27 Funkmeldeempfänger überreicht, mit denen sie von nun an zum Einsatz gerufen wurde.

Am 10. Juli 1983 fand zum ersten Mal ein "Tag der offenen Tür" im Gerätehaus statt. Dieser stieß auf ein großes Interesse bei der Bevölkerung.

Der Kamerad Friedhelm Vogels beendete 1984 erfolgreich den Truppführerlehrgang und wurde danach zum Unterbrandmeister befördert.

Gerd Engels nahm Anfang 1985 an der Landesfeuerwehrschule in Münster an einem Gruppenführerlehrgang teil und wurde bereits im Februar zum Brandmeister befördert. Von der Branddirektion Köln wurde er danach als stellvertretender Löschgruppenführer eingesetzt. Zum selben Zeitpunkt nahm Friedhelm Vogels am Löschgruppenführerlehrgang in Münster teil und wurde ebenfalls zum Brandmeister befördert.

Löschgruppenführer Jakob Schlosser kündigte auf der Jahreshauptversammlung im Februar 1986 seinen Rücktritt an. So wurden am 14. Mai 1986 während einer außerordentlichen Versammlung der Kamerad Gerd Engels als Löschgruppenführer und Brandmeister Friedhelm Vogels als Stellvertreter gewählt . Im September 1986 belegten der Oberfeuerwehrmann Hermann Nonnenbruch und Frank Daubenbüchel auf der Feuerwehrschule Köln einen Truppenführerlehrgang und beide wurden nach erfolgreicher Prüfung am 15. Dezember 1986 zum Unterbrandmeister befördert. Zum Jahresende 1986 wurde unser Tanklöschfahrzeug (TLF 8) als Letztes von ehemals vier Fahrzeugen bei der Kreisfahrzeugmeisterei in Euskirchen ausgemustert. Wir verfügten zu diesem Zeitpunkt nur noch über ein Löschgruppenfahrzeug (LF 8).

Die Löschgruppenstärke bestand im Jahr 1987 aus 26 aktiven Mitgliedern, der Altersabteilung gehören 6 Kameraden an. Am 12. Juli 1987 fand bei der Wehr im Rahmen der 80-Jahr-Feier ein "Tag der offenen Tür" statt, bei dem unter anderem ein neues Löschgruppenfahrzeug (LF 16-TS) an die Einheit übergeben wurde. Befördert wurden Gerd Engels zum Oberbrandmeister sowie Alfred Brandenburg, Erich Thönnissen und Heinz Göddertz zum Unterbrandmeister. Im September gründete die Löschgruppe die 6. Jugendfeuerwehr innerhalb der gesamten Feuerwehr Köln. Diese stand unter der Leitung von Frank Daubenbüchel und Michael Mohrs. Die Stärke dieser Jugendgruppe betrug damals 16 Jungen im Alter von 12 – 17 Jahren. Etwas später wurde Frank Daubenbüchel zum Brandmeister und Michael Mohrs zum Unterbrandmeister befördert. Bei der ersten Teilnahme am Stadtjugendfeuerwehrtag belegte man prompt den zweiten Platz und zum Ende des Jahres überstellte die Feuerwehr Köln ein Löschgruppenfahrzeug, welches die Jugendlichen bei ihren Übungen unterstützen sollte.

- 1990 -

1990 stieg die Leistungsstärke der gesamten Löschgruppe auf 29 aktive Mitglieder, 16 Jugendfeuerwehrmänner und 6 Kameraden aus der Alters- und Ehrenabteilung an. Befördert wurden Alfred Brandenburg zum Brandmeister und Friedhelm Vogels zum Oberbrandmeister. Den Lehrgang zum ersten Hauptbrandmeister innerhalb der Wehr belegte Gerd Engels, der nach bestandener Prüfung zum Dank noch im laufenden Jahr zum selbigen ernannt wurde. Weiterhin richtete die Jugendgruppe zusammen mit den aktiven Kameraden der Löschgruppe Roggendorf/Thenhoven ihren ersten Stadtjugendfeuerwehrtag aus. Der Anklang und das Interesse unter der Bevölkerung war sehr groß, so dass die damals teilnehmenden Jungen und auch Mädchen aus den nunmehr neun existierenden Jugendfeuerwehren in Köln einen schönen und unterhaltsamen Tag verbrachten.

- 1991 -

Im Jahre 1991 wurde die ganze Stadt Köln von vielen kleinen und mittleren Stürmen heimgesucht, so dass unter anderem auch die Löschgruppe Roggendorf zu zahlreichen Hilfeleistungen bei der Bevölkerung eingesetzt wurde. Befördert wurden Thomas Blom und Jürgen Trippelsdorf zum Unterbrandmeister sowie Friedhelm Vogels zum Hauptbrandmeister.

Die erste Stadtmeisterschaft, an der Freiwillige, Betriebs- und Werkfeuerwehren aus ganz Köln teilnahmen und ihre Leistungsbereitschaft zeigten, fand im Rahmen eines Stadtfeuerwehrtages 1992 in der Form zum ersten Male statt. Die Wehrmänner aus Roggendorf erkämpften sich damals in einer Löschübung den fünften Platz. Auch in diesem Jahr wurden Beförderungen ausgesprochen, der Kamerad Frank Daubenbüchel wurde zum Oberbrandmeister ernannt.

- 1993 -

Weihnachten 1993 war ein sehr unruhiges, denn das "Jahrhunderthochwasser" bescherte der Bevölkerung in großen Teilen von Köln kein so frohes Fest. An diesen Tagen zeigte sich in besonderem Maße, wozu die Freiwillige Feuerwehr der gesamten Stadt-Köln zu leisten imstande war. In zahlreichen Einsätzen und unzähligen Stunden kämpften auch die Feuerwehrmänner aus dem Doppeldorf gegen die durch das Wasser verursachten Unglücke. Im 8 Std. Schichtbetrieb schützten sie die Einwohner und die gewerblichen Betriebe in der ganzen Gemeinde. Nach dem Rückgang von "Vater Rhein" halfen die Wehrmänner den Einwohnern der Kölner Altstadt ihre Keller instand zu setzen und räumten das weg, was von dem zurückweichenden Wassern liegen geblieben war.

- 1994 -

Die Jugendfeuerwehr bekam 1994 mit Michael Mohrs und Heinz Menda eine andere Führungsstruktur, führte aber die bis dato gemachten Ergebnisse und Erfolge weiter fort.

Auf der Jahreshauptversammlung 1995 wechselte die Führung der Löschgruppe. Nach dem Hauptbrandmeister Gerd Engels die Geschicke der Löschgruppe 10 Jahre lang geleitet hatte, sollte nun sein damaliger Stellvertreter Friedhelm Vogels das Amt übernehmen. Als seinen Stellvertreter ernannte dieser den Oberbrandmeister Alfred Brandenburg.

- 1995 -

Nur rund 13 Monate nach dem schweren Hochwasser von 1993 bekamen die Kölner 1995 wieder "nasse Füße". Die Einsätze für die Löschgruppe Roggendorf/Thenhoven begannen am 28.01. und dauerten bis zum Samstag, den 04.02 an. Nach bereits bewährtem Einsatzkonzept füllten die Wehrmänner zusammen mit anderen Kameraden benachbarter Einheiten im Schichtbetrieb Sandsäcke, versorgten bzw. transportierten eingeschlossene Einwohner und pumpten nach dem Rückgang des Wassers die voll gelaufenen Keller wieder leer.

Im März des fortlaufenden Jahres folgten dann zahlreiche Sturmeinsätze und der Juni rief mit sintflutartigen Regenfällen die Wehrmänner dann ein zweites Mal zu ihren Pumpen.

Ein neues, durch die Leitung der Berufsfeuerwehr Köln entworfenes, Einsatz- und Alarmierungskonzept erweiterte die Aufgaben der Löschgruppe von der eigentlichen Brandbekämpfung hin zur technischen Hilfeleistung. Daraus resultierten zusätzlich zu den Alarmierungen zu Brandeinsätzen die ersten Einsätze auf der BAB 57.

- 1996 -

Das Jahr 1996 war für die Löschgruppe ein sehr besonderes. Galt es doch als einer der ältesten Ortsvereine die Gründung im Jahre 1906 gebührend darzustellen. Nach einem morgendlichem Kirchgang und einem anschließenden Festumzug im Ort, zu dem alle benachbarten Löschgruppen eingeladen waren, wurden im Anschluss danach beim morgendlichem Frühschoppen im Festzelt die Kameraden Michael Mohrs zum Oberbrandmeister und Tino Grunewald zum Unterbrandmeister befördert. Viele weitere Ehrungen und Glückwünsche von Seiten der Branddirektion, verschiedener Gemeindevertreter und von Vorsitzenden anderer Vereine machten den Vormittag zu einem besonderen Erlebnis für die Mitglieder der gesamten Einheit. Höhepunkt der Festlichkeiten war aber die Abendveranstaltung, wobei im Rahmen eines "Rheinischen Abends" viele prominente Darsteller aus der Unterhaltungsbranche auftraten und so mehr als 400 Gäste bestens unterhalten wurden.

Überschattet wurde das Jahr durch den Rücktritt des amtierenden Stellvertreters Alfred Brandenburg, der das Amt aus persönlichen Gründen zur Verfügung stelle. Für ihn musste der Kamerad Gerd Engels einspringen.

- 1997 -

Nachdem der Rhein nunmehr zweimal für große Überflutungen gesorgt hatte, entschloss sich die Stadt Köln 1997 für die Beschaffung verschiedener Ausrüstungsgegenstände für die Bekämpfung und den Umgang mit der Katastrophe. Eine der teuersten Investition waren drei, speziell für den Einsatz bei Hochwasser konzipierte Löschgruppenfahrzeuge. Dabei wurde eines der rund 400.000 DM teuren Fahrzeuge als Ersatz für das bis dahin eingesetzte LF-8 zur Löschgruppe Roggendorf/Thenhoven verlegt. Zu diesem Zeitpunkt war dieses bereits 15 Jahre alt, konnte aber aufgrund guter Pflege noch einer andere Feuerwehr übergeben werden.

Das neue Löschfahrzeug (LF-8/6) war zusätzlich zu seiner Standardbeladung inklusive eines Wassertanks für die Brandbekämpfung dadurch gekennzeichnet, dass man mit ihm in der Lage war, bis zu einem Wasserstand von 1,10m durch dieses hindurch zu waten. Gleichzeitig konnte man sich aufgrund der Fahrwerkskonstruktion in fast jeder Geländeart bewegen. Um den richtigen Umgang mit diesem neuen Fahrzeugtyp zu erlernen war es notwendig, dass viele Mitglieder zu verschiedenen Unterweisungen und Lehrgänge gehen mussten.

- 1998 -

1998 verstärkte die Berufsfeuerwehr, wegen eines vorhergegangenen tödlichen Unfalls innerhalb der Feuerwehr Köln, den Umgang und somit auch das Training mit den verschiedenen Atemschutzgeräten. Folge hieraus war unter anderem, dass die ehrenamtlichen Brandbekämpfer nunmehr die gleichen Leistungen in den Übungen zeigen mussten wie ihre Berufskollegen.

Großes Interesse und Dankbarkeit innerhalb der Löschgruppe fand die Einladung des benachbarten Chemiekonzerns "Bayer Dormagen" zu einer ausführlichen Besichtigung des Werkes. Bei dieser Führung wurden die Herstellungsverfahren, aber auch die Gefahren einer solchen Produktion erörtert.

Wehmütiger Abschnitt in dem Jahr war die Ausmusterung des Jugendfeuerwehrfahrzeuges, das wegen seines Zustandes keine Sicherheit mehr für den Transport der Jungen und Mädchen gewährleisten konnte.

- 1999 -

1999 war für die Löschgruppe Roggendorf/Thenhoven ein sehr ereignisreiches. So wurde zu Anfang des Jahres der G7 Gipfel der größten Staatsmänner der Welt mit den von der Berufsfeuerwehr gestellten Aufgaben unterstützt.

Im weiteren Verlauf erreichte der Kamerad Alfred Brandenburg auf dem im Sommer stattgefundenen Leistungsnachweis die Sonderauszeichnung in Gold auf rotem Grund. Eine solche Ehrung hatte bis zu diesem Zeitpunkt noch kein Mitglied der Einheit je erhalten.

Umfangreiche Renovierungs- und Umbauarbeiten zusammen mit dem Eigentümer an der 30 Jahre alten Wache beschäftigten die Florianer im Herbst des Jahres.

Die Leitung der Jugendfeuerwehr wurde ebenfalls in diesem Jahr neu formiert. Von nun an betreute die Jugendfeuerwehr die Kameraden Eugenio Siddi, Michael Mauer und Tino Grunewald.

Der Kamerad Anton Odendahl trat wegen seines Alters aus dem aktiven Dienst in die Ehrenabteilung über. Mit 43 aktiven Dienstjahren gehört er wohl zu den größten Leistungsträgern innerhalb der Löschgruppe.

Für die Milleniumsnacht 1999/2000 richtet die Löschgruppe für alle bis zu diesem Zeitpunkt unbekannten aber möglichen Gefahren einen Bereitschaftsdienst in ihrem Gerätehaus ein.

- 2000 -

Im Jahr 2000 stellte der bisherige Löschgruppenführer Friedhelm Vogels sein Amt aus persönlichen Gründen zur Verfügung. Aus diesem Grund musste kommissarisch der ehemalige Löschgruppenführer und Stellvertreter Gerd Engels den freigewordenen Posten übernehmen. Ihm zur Seite stellte man den Brandmeister Heinz Menda. Die Mitgliederzahl der Löschgruppe rutschte auf eine Stärke von 20 Mann ab und hatte damit  einen Stand erreicht, wie seit Kriegsende nicht mehr. Die Turbulenzen legten sich erst dann ein wenig, als die Einheit zum Dank für viele Jahre erfolgreicher Jugendarbeit ein Mannschaftstransportfahrzeug (MTF) von der Branddirektion überstellt bekam. Weiterhin feierte die Jugendabteilung der Wehr zusammen mit der gesamten Jugendfeuerwehr bei einem großen gemeinsamen Zeltlager das Jubiläum "25 Jahre Jugendfeuerwehr Köln".

- 2001 -

Auf der Jahreshauptversammlung 2001 wählten die Mitglieder der Löschgruppe Roggendorf/Thenhoven den Kameraden Heinz Menda zu ihrem neuen 10. Löschgruppenführer. Dieser ernannte Gerd Engels zu seinem Stellvertreter. Damit wurde der Kamerad Engels zu dem am häufigsten mit Führungsaufgaben innerhalb einer Löschgruppe betrauten Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Köln.

Im weiteren Verlauf des Jahres wuchs die neue Struktur der Wache immer mehr zusammen. Die erfahrenen Kameraden rappelten sich noch einmal auf und die jüngeren Feuerwehrmänner erkannten sehr schnell, in welcher Verantwortung sie jetzt standen.

So kam es dann auch, dass sich schnell wieder Erfolge einstellten. Der größte Triumph der Einheit war wohl der Sieg bei der Stadtmeisterschaft. Nach all den vergeblichen Teilnahmen seit der Einführung des Leistungswettkampfs der Kölner Feuerwehren, konnte 2001 in Porz-Urbach endlich der Titel "Stadtmeister" mit nach Hause genommen werden. Von überall her wurde dieser Sieg mit großer Anerkennung innerhalb und außerhalb des Ortes gewürdigt.

Mitte des Jahres wurde der Kamerad Günter Daubenbüchel auf einer großen Abschiedsfeier in die Ehrenabteilung versetzt. Auch hier muss man sagen, dass der Freiwilligen Feuerwehr leider ein Kamerad nicht mehr aktiv zu Seite steht, der Zeit seines Lebens die Arbeit der ehrenamtlichen Helfer sehr unterstützt und gefördert hatte.

Im Herbst präsentierte sich die Einheit in ihrer neuen Form zum ersten Mal den Einwohnern des Doppeldorfes. Auf einer kleinen Feier anlässlich des 95-jährigen Bestehens der Löschgruppe waren vor allem die jüngeren Mitglieder über die Besucherzahl sehr überrascht und glücklich. Zeigt sich doch so, welch hohen Stellenwert die Arbeit der Ehrenamtlichen innerhalb der Bevölkerung hat. Es sei hier vor allem auch denen nochmals gedankt, die der Löschgruppe in all ihrem Auf und Ab immer zur Seite gestanden haben. Zu den Besuchern zählte an diesem Abend auch der leitende Branddirektor Stephan Neuhoff. Dieser beförderte Heinz Menda zum Oberbrandmeister und ehrte den Kameraden Eugenio Siddi wegen seiner guten und ausdauernden Arbeit als Jugendfeuerwehrwart. Weiterhin verlieh er dem Kameraden UBM a.D. Anton Odendahl die silberne Ehrennadel des Stadtfeuerwehrverbandes in Anerkennung für das herausragende Engagement innerhalb der Löschgruppe. Auch ernannte man Herrn Thomas Landt zum Ehrenmitglied der Einheit.

An Ausrüstungsgegenständen und Gerätschaften gab es auch viel Neues für die aktiven Mitglieder. So wurden alle Kameraden mit der neuen Schutzkleidung aus Nomex eingekleidet. In Eigenleistung wurden Umbauten an den Löschfahrzeugen durchgeführt, so dass jetzt gleichgesetzt mit dem ersten Einsatzfahrzeug auch das zweite bei allen Unwetter-Einsätzen unabhängig arbeiten konnte. Bis dato fehlte es hier an Motorsäge, Tauchpumpe, Stromerzeuger, Material zum Ausleuchten und ähnlichem. Weiterhin wurden durch eigene Mittel Materialien zur besseren Patientenerstversorgung, ein Hohlstrahlrohr zur Brandbekämpfung, sowie Arbeitsgeräte für Verkehrsunfälle und zur Verbesserungen der Kommunikation beschafft.

All diese Veränderungen in der Ausbildung und in der Ausrüstung führten zu einer Aufwertung und man begann bei der Berufsfeuerwehr zu erkennen, welches Potential in der Einheit steckte. So kam es, dass die Leistungen der Einheit immer öfter bei Einsätzen abgefragt wurden. Dadurch stieg die Motivation bei den Mitgliedern, denn jetzt konnte man unmittelbar sehen, wofür das erlernte Wissen nützlich war.

Tief getroffen waren alle von dem Anschlag auf das World Trade Center in New York am 11. September. Auf einer Messe in unmittelbarer Nähe der Hauptwache der Berufsfeuerwehr gedachten auch die Mitglieder der Löschgruppe der gestorbenen Feuerwehrkameraden aber auch der vielen anderen Verunglückten dieses schrecklichen Tages.

- 2002 -

Die erste größere Veränderung im Jahre 2002 war die Umgestaltung der Einsatzbereitschaft der Löschgruppe. War es bisher so, dass die Einheit nur zwischen 17.00 Uhr und 6.00 Uhr eingesetzt werden konnte, wurde jetzt auf eine 24 Stunden Verfügbarkeit umgestellt. Hierbei war maßgeblicher Gedanke, den in Not Geratenen rund um die Uhr schnellstmöglich zu helfen. Gerade bei freiwilligen Wachen, die wegen ihrer örtlichen Lage schneller als die Berufskollegen an der Einsatzstelle sein können, macht es Sinn auch mit wenigen Einsatzkräften möglichst schnell vor Ort zu sein. Denn in den meisten Fällen sind die effektivsten Maßnahmen diejenigen, die in der kürzesten Zeit eingeleitet werden können.

Das Jahr verlief dann weiter mit viel Aus- und Fortbildung. So erlangten vier Kameraden ihren LKW-Führerschein, Tino Grunewald besuchte am Institut der Feuerwehr in Münster einen Gruppenführer- und Heinz Menda einen Zugführer Lehrgang.

Zusammen mit den Jugendfeuerwehren der ganzen Stadt wurde auf dem in Roggendorf ausgeführten Stadtjugendfeuerwehrtag das 15-jährige Bestehen der Jugendabteilung aus dem Doppeldorf gefeiert. Für die Art der Ausführung bekam die Jugendgruppe viel Lob von Seiten der Branddirektion und den beteiligten Jugendgruppen.

Auch die Idee der Kameraden Maurice Breitmar und Gregor Wirtz, die Löschgruppe im Internet zu präsentieren, war ein großer Erfolg. Viele der Nachbarwehren in der Stadt und in der Umgebung nutzten bereits das Internet oder standen zu diesem Zeitpunkt kurz vor ihrer Veröffentlichung. So konnten wir auch in diesem Fall sagen, dass wir den Anschluss an die Zukunft nicht verpasst hatten.

In diesem Jahr befördert wurden Tino Grunewald zum Brandmeister und Alfred Brandenburg zum Hauptbrandmeister. Weiterhin schaffte es die Löschgruppe nach vielen Jahren wieder einmal, mit zwei Gruppen am Leistungsnachweis teilzunehmen. Natürlich war die Sache bei soviel Einsatz auch von Erfolg gekrönt. Das Jahr wurde abgerundet mit einem großen gemeinsamen Fest für alle Mitglieder und deren Frauen.

- 2003 -

Ein weiteres Hochwasser mit einem Maximal-Pegelstand von 9.92 m K.P. leitete noch vor der Jahreshauptversammlung das Feuerwehrjahr 2003 ein. So wurde ab dem 03.01. bis zum 08.01.03 für die Orte des Kölner Nordens der Brandschutz sichergestellt, die mit normalen Straßenfahrzeugen der Feuerwehr nicht mehr erreicht werden konnten. Diese Bereitschaft beinhaltete eine ganztägige Anwesenheit für 6 Feuerwehrleute in jeweils 8 Stundenschichten auf der eigenen Wache in der Quettinghofstrasse.

Die Hauptversammlung am 12.01.03 wählte Tino Grunewald zum 2. stellvertretenden Löschgruppenführer und leitete damit ein Novum in der Löschgruppe ein. Denn bis dahin war die Löschgruppe immer nur von zwei Leuten geführt worden. Aber die stetig ansteigenden Aufgaben und Richtlinien machten es nötig, diese Entlastung für den Löschgruppenführer zu bringen.

Auch wurde nach vielen Jahren der Abstinenz wieder ein "Tag der offnen Tür" im Dorf gefeiert. Bei diesem bekam die Löschgruppe von den Kameraden der Feuerwehr Thalexweiler Besuch. Hier hatte man schon im vorhergegangenen Jahr mit einer Visite des Löschzuges im schönen Saarland begonnen, eine Partnerschaft aufzubauen.

War es noch im Januar fast zu einer Überschwemmung der Altstadt gekommen, war es im Sommer des Jahres so regenarm wie seit Anbeginn dieser Chronik nicht. Der Rhein fiel auf ein Rekordtief von 80 cm, die Schiffart wurde streckenweise eingestellt,  Schiffe konnten nur halb beladen werden. Natürlich führte diese Dürre mit den anhaltenden extremen hohen Temperaturen auch dazu, dass viele Bodenfeuer entstanden und bekämpft werden mussten.

Auf einer im September stattgefundenen außerordentlichen Mitgliederversammlung verabschiedeten alle Mitglieder einstimmig eine Satzung für ihre Organisation. So konnten ab diesem Datum alle bis dahin lediglich mündlich von Löschgruppenführer zu Löschgruppenführer überlieferten Regeln schriftlich festgehalten werden. Desweiteren besprach man die Idee einer Erweiterung und Modernisierung der eigenen Wache, denn ein erstes allgemeines Angebot des Vermieters lag nun vor.

Insgesamt beteiligte sich die Löschgruppe in diesem Jahr an so vielen Veranstaltungen wie in keinem vorhergegangenen Feuerwehrjahr. Natürlich wurde an den gesetzten Standards wie Leistungsnachweis und Stadtmeisterschaft ebenfalls festgehalten. Dazu kamen aber auch noch zwei Zugübungen mit den Kollegen aus Worringen und Fühlingen, sowie die Unterstützung der Berufsfeuerwehr bei ihrem Feuerwehrtriathlon und bei den Fire-Engineering Tagen. Alles in allem waren es 11 Zusatztermine, darunter auch die mittlerweile zur Tradition gewordene Weihnachtsbaumaufstellung zusammen mit dem Bürgerverein.

Die Jahresabschlussfeier stand dieses Jahr unter dem Motto "Mallorca in der Wache" und war die bis dahin aufwendigste aber schönste Weihnachtsfeier für die Kameraden und ihre Frauen. Geladen hatte die Löschgruppe auch Herrn Dietmar Gerwin, der zum Ehrenmitglied ernannt wurde.

Befördert wurden in diesem Jahr die Kameraden Frank Daubenbüchel und Michael Mohrs zum Hauptbrandmeister, sowie Heinz Menda zum Brandinspektor.

Ein sehr schönes, aber auch äußerst überraschendes Weihnachtsgeschenk gab es dann im Dezember auf der Abschlussbesprechung der Feuerwehr Köln. Denn die Löschgruppe bekam von Seiten der Branddirektion die Zusage über die Lieferung eines neuen Mannschaftswagens für die Jugendfeuerwehr. Hier gilt es demjenigen Dank zu sagen, der sich an ein vor Jahren gegebenes Wort gebunden fühlte.

- 2004 -

Der Rückblick über das Jahr 2004 lässt sich in wenigen Worten darstellen. Statistisch gesehen wurden die Kameraden noch nie so selten zum Einsatz gerufen. Auch waren weniger Übungs- oder Sonderdienst abzuleisten als sonst.

In großes Erstaunen waren alle Mitglieder versetzt als man erfuhr, dass es wohl Leute in unserer Gesellschaft gibt, die nicht davor zurückschrecken, einen Einbruch bei einer Organisation durchzuführen, die sich der Hilfeleistung verschrieben hat. Solche Taten sind deshalb so verwerflich, als dass sie dazu führen, dass die Feuerwehr durch den Verlust von Gerätschaften in ihrer Aufgabenstellung gänzlich gelähmt werden kann.

Zwei schöne Veranstaltungen brachten die Kollegen aber zum Glück schnell wieder auf andere Gedanken. Denn man fuhr gemeinsam auf "Feuerwehrtour" ins Dorf Münsterland und die Jahresabschlussfeier lud mit einer zünftigen Apres-Ski-Party zu viel Spaß ein.

- 2005 -

Das Jahr 2005 war das "Papst-Jahr". Der Weltjugendtag war auch für die Kameraden der Löschgruppe etwas sehr besonderes. Alle Mitglieder integrierten sich zusätzlich zu den normalen Aufgaben an der aufwendigen Einsatzlage der Löschgruppe. So wurden mehrere Wachbesetzungen gefahren und sich an der Brandwache auf dem Marienfeld beteiligt. Nimmt man alle Zeiten zusammen, war die Löschgruppe kontinuierlichen 120 Stunden im Einsatz. Viele Kameraden nahmen dafür Urlaub, ließen sich Freistellungen vom Arbeitergeber bewilligen und stellten vor allem ihr Familienleben an die zweite Stelle. Trotz alledem entschädigten die erlebten Eindrücke und die Danksagungen aus vielen Teilen der Gesellschaft ein wenig.

- 2006 -

(100 Jahre LG-Roggendorf/Thenhoven)

Die Hauptversammlung 2006 stand ganz im Zeichen des Jubiläums anlässlich des 100-jährigen Bestehens der Löschgruppe Roggendorf / Thenhoven.

Viele Vorbereitungen waren schon in den Vorjahren angelaufen. Aber allen war klar, dass es für ein schönes Fest noch vieles zu arrangieren gab. So wurde an einem sehr sonnigen 24.06.2006 zusammen mit mehreren hundert Bürgern, den Ortsvereinen, Besuchern der Lokalpolitik, Kameraden befreundeter Löschgruppen und Kollegen der Berufsfeuerwehr auf dem Schulhof der örtlichen Grundschule ein rauschendes Jubiläumsfest gefeiert.

Im Vorfeld zu dieser Feier fand in der Kirche St. Johann-Baptist eine Messe statt, in deren Anschluss noch das neue Mannschaftsfahrzeug gesegnet wurde. Anschließend zog der festliche Zug durch den Ort, um am Ehrenmal nach einer Kranzniederlegung den verstorbenen Kameraden zu gedenken.

Nach der Begrüßungs- und Eröffnungsrede durch den amtierenden Löschgruppenführer Heinz Menda auf dem Festplatz überreichte Bürgermeister Müller im Namen der Stadt-Köln ein Bronzerelief und Branddirektor Johannes Feyrer ernannte HBM Frank Daubenbüchel zum 2. Stellvertretenden Löschgruppenführer. Weiterhin wurden die Kameraden Gerd Engels bzw. Alfred Brandenburg offiziell in die Ehrenabteilung versetzt und Anton Odendahl erhielt eine Ehrenurkunde für seine 50jährige Mitgliedschaft in der Feuerwehr-Köln.

An vielen Aktionsständen herrschte reger Andrang und ganz wie die Kameraden der Löschgruppe es sich erhofft hatten, ließ das Rahmenprogramm bei keinem der Gäste Wünsche offen. So war am Ende dieses schönen Tages in diesem WM-Fussball-Sommer nicht nur "die Welt zu Gast bei Freunden", sondern auch die Freunde zu Gast bei der Freiwilligen Feuerwehr Köln-Roggendorf/Thenhoven.

- 2007 -

Nach nunmehr zwei Jahren, die seit der ersten Idee auf einem Bierdeckel vergangen waren, war der Umbau der Feuerwache 2007 in vollem Gange. Hierbei war zu allererst all denen Dank zu sagen, die dafür gesorgt hatten, dass diese Verbesserung in diesem großen Umfang realisiert werden konnte.

Nach dem Umbau verfügte die Löschgruppe nunmehr über:

  • Zusätzliche 80m² mehr Nutzfläche
  • Ausreichende sanitäre Anlagen inkl. Duschen für Männer und Frauen
  • Getrennte Umkleiden mit Schränken für die Einsatzkleidung
  • Eine Werkstatt
  • Neuer großer Aufenthaltsbereich mit Küche
  • Moderne Heizungs- und Elektroanlagen

Obgleich die meisten Baumaßnahmen von örtlichen Fachunternehmen ausgeführt wurden, verblieben selbstverständlich genügend Arbeiten, die die Mitglieder der Löschgruppe in vielen vielen Stunden der Eigenleistung zu erledigen hatten.

Befördert wurde in diesem Jahr Tino Grunewald zum Hauptbrandmeister und mit 21 Einsätzen ging eine eher normale Feuerwehr-Saison zu Ende.

- 2008 -

2008 stand die Mitgliedergewinnung als größte Herausforderung an. Denn in Zeiten, in denen sich immer weniger Jugendliche dauerhaft fest an einen Verein binden möchten, war nunmehr auch die Löschgruppe trotz Jugendfeuerwehr in den Strudel der Mitgliederproblematik geraten. Hier konnten aber durch attraktive bzw. kontinuierliche Arbeit und sicherlich auch einer Portion Glück schnell neue junge Mannschaftsmitglieder gewonnen werden. So stieg Anfang 2008 die Stärke der Einsatzabteilung von 16 wieder auf eine sichere Anzahl von 23 Personen an. Das bedeutete auch viel Arbeit für den berufenen Ausbildungsbeauftragten Tino Grunewald. Denn anders als früher durchlaufen Feuerwehrmannanwärter nunmehr ein modulares Ausbildungssystem, in dem die jungen Leute in 16 Einzelmodulen das Feuerwehrhandwerk erlernen.

Nach bestandener Fortbildung zum Verbandsführer am Institut der Feuerwehr in Münster (frühere Landesfeuerwehrschule) wurde Heinz Menda zum ersten Brandoberinspektor der Löschgruppe befördert. Gleichzeitig wurde Bolko Schreiber zum Unterbrandmeister ernannt und Torsten Vogels unterstützt als stellvertretender Jugendfeuerwehrwart die Arbeit in der Jugendabteilung der Wehr. Als jüngstes Mitglied wurde Maurice Breitmar in die Ehrenabteilung versetzt.

Zudem konnte sich die Wehr im Rahmen des 100 jährigen Bestehens der Nachbarlöschgruppe Worringen zum zweiten Mal den Titel des Stadtmeisters der Kölner Feuerwehren sichern und nahm den Siegerpokal aus Händen des Oberbürgermeisters Fritz Schramma entgegen.

Einsatztechnisch sorgte ein Großfeuer bei der Firma Ineos für den größten Feuerwehreinsatz in der Kölner Nachkriegsgeschichte.

- 2009 -

Ein Unglücksfall gleicher Dimension ereignete sich auch im Jahr 2009 mit dem Einsturz des Kölner Stadtarchives. Die Löschgruppe wurde dabei an mehreren Tagen angefordert, um an der Einsturzstelle nach zwei verschütteten Personen zu suchen und das wertvolle Archivgut in mühevoller Handarbeit aus den Trümmern zu bergen. Zudem sorgte ein Tornado, welcher unter anderem am Thenhoven-Escher-Weg Dächer abdeckte und Bäume entwurzelte für überregionale Schlagzeilen. 

Tino Grunewald und Andreas Peters wurden nach bestandenen Lehrgängen am Institut der Feuerwehr in Münster zum Brandinspektor bzw. Brandmeister befördert. Frank Daubenbüchel erhielt für sein jahrelanges Engagement vom Stadtfeuerwehrverband die Ehrennadel in Silber. Ferner wurde ein Tag der offenen Tür erstmals als Sommerfest veranstaltet und mit zwei Gruppen erfolgreich am Leistungsnachweis teilgenommen.  

Die Mitgliederzahl wuchs in diesem Jahr um weitere Kameraden auf insgesamt 24 Männer in der Einsatzmannschaft, 12 Jungen & Mädchen in der Jugendfeuerwehr und 7 Männer in der Ehrenabteilung. 

 - 2010 -

Im Jahr 2010 gründete die Löschgruppe nach längerer Vorbereitungszeit einen Förderverein. Statt der erwarteten und vorhergesagten Startschwierigkeiten fanden sich bereits im ersten Jahr sehr viele Personen und Firmen, die die Einheit durch ihre Mitgliedschaft bei der Erfüllung ihrer hoheitlichen Aufgaben unterstützten.

Bei der Stadtmeisterschaft in Porz-Langel belegte die Löschgruppe mit knappem Rückstand auf den Sieger einen hervorragenden zweiten Rang. Zur Belohnung gönnte man sich nach längerem Aussetzen wieder eine Feuerwehrtour, welche ins sauerländische Willingen führte. Zudem nahm die Einheit an einem Fußballturnier der Kölner Feuerwehren in Widdersdorf teil, bei welchem der 5.Platz erreicht wurde. 

Ferner wurden Unterbrandmeister Eugenio Siddi und Hauptbrandmeister a.D. Michael Mohrs für ihre 25 jährige Zugehörigkeit zur Freiwilligen Feuerwehr geehrt.

 - 2011 -

Gleich zu Beginn des Jahres 2011 gab es nach nun mehr als 7 Jahren mit 8,90m K.P. wieder den ersten Hochwassereinsatz für die Freiwillige Wehr. In einem Dreischichtplan besetzten die Mitglieder der Löschgruppe für 24h die Wache, um in den Orten des Kölner Nordens den Brandschutz sicher zu stellen. Im darauf folgenden Frühjahr wurde das lang erwartete neue Einsatzfahrzeug, ein TSF-W der Firma Meinicke, der Löschgruppe überstellt. Auf Grund des ausbleibenden Niederschlages im Frühjahr 2011 kam es in ganz Deutschland zu zahllosen Bodenfeuern, zu welchen die Wehr rund sieben Mal ausrücken musste. Das größte Ereignis war ein Waldbrand im deutsch-belgischen Hohen Venn, zu welchem die Löschgruppe zur überörtlichen Hilfe an die belgische Grenze alarmiert wurde. Des Weiteren nahm die Löschgruppe sehr erfolgreich am Leistungsnachweis der Kölner Feuerwehren in Longerich teil. Die zwei wichtigsten Auszeichnungen des Jahres waren die Ehrung von Löschgruppenführer BOI Heinz Menda mit dem Deutschen Feuerwehrehrenkreuz in Silber, sowie die Beförderung des Kameraden Andreas Peters zum Oberbrandmeister.

 - 2012 -

Das Jahr 2012 war für die Löschgruppe Roggendorf/Thenhoven vergleichsweise ruhig. Mit nur 14 Einsätzen wurde sie so selten wie lange nicht mehr alarmiert. Zu den Einsätzen zählten unter anderem diverse technische Hilfeleistungen nach Unwettern, ein Feuer in einer Müllsortieranlage, sowie ein Großbrand in einem Wohnblock in Ehrenfeld.

Im September nahmen die Kameraden an der Stadtmeisterschaft der Kölner Feuerwehren teil und belegten mit nur knappem Rückstand einen respektablen 4. Rang. Des Weiteren fand im Herbst ein groß angelegtes Herbstüben statt. Dabei galt es von morgens bis in den Nachmittag hinein sehr realitätsnah simulierte Einsatzszenarien abzuarbeiten.

Auch lud die Löschgruppe die vierten Klassen der ortsansässigen Grundschule sowie eine Gruppe der Kindertagesstätte Köln-Blumenberg zu zwei Brandschutzerziehungstagen ein, bei denen die Kameraden den Kindern die Tätigkeiten der Feuerwehr, die Gefahren des Feuers und Maßnahmen zur Brandvermeidung näher brachten. Ferner wurde Löschgruppenführer Heinz Menda für seine 25 jährige Zugehörigkeit in der Freiwilligen Feuerwehr geehrt.

 - 2013 -

Im Jahr 2013 wurde die Löschgruppe zu insgesamt 21 Einsätzen alarmiert. Dabei rückten die Kollegen zu diversen Kleinfeuern, brennenden PKWs auf der BAB 57 und technischen Hilfeleistungen infolge von starken Unwettern im Sommer aus. Auch unterstützten sie tatkräftig bei den Ablöscharbeiten an einer Futterscheune im Kölner Zoo.

Im Oktober fand wiederholt das alljährliche Herbstüben mit drei aufwändig gestalteten Großübungen statt. Im Anschluss erfolgte die Beförderung des Kollegen Tino Grunewalds zum Brandoberinspektor. Weiterhin nahm die Löschgruppe erfolgreich am Leistungsnachweis des Stadtfeuerwehrverbands in Delbrück teil.

Ein Höhepunkt des Jahres war die Ehrung der Kollegen Frank Daubenbüchel und Gerd Engels auf der Delegiertenversammlung im November. Der stellvertretende Löschgruppenführer Frank Daubenbüchel wurde mit dem Feuerwehr Ehrenkreuz in Bronze ausgezeichnet und der Brandinspektor a.D. Gerd Engels für 50 jährige Mitgliedschaft in der Löschgruppe geehrt.

 - 2014 -

Im Jahr 2014 wurde die Löschgruppe zu insgesamt 27 Einsätzen alarmiert. Dies waren unter anderem Besetzungen von Berufsfeuerwehrwachen, Unterstützung bei groß angelegten Evakuierungsmaßnahmen nach Bombenfunden an der Mühlheimer Brücke und im SBK in Riehl sowie Autobrände auf der BAB 57. Die Einheit wurde weiterhin zu mehreren technischen Hilfeleistungen nach Sturm oder Starkregen alarmiert. Dabei wurde sie auch überregional in Münster tätig.

Im September holten sich die Kameraden der Wehr nach den Jahren 2001 und 2008 ihren dritten Sieg bei der Stadtmeisterschaft der Kölner Feuerwehren. Als Belohnung gönnte man sich nach längerer Pause eine Feuerwehrtour, welche in das niederländische Städtchen Kampen führte. Von dort segelte man bei herrlichem Wetter zwei Tage über das Ijsselmeer.

Nach Aufnahme eines neuen Kollegen und einem zu verzeichnenden Austritt betrug die Mannschaftsstärke einen konstanten Wert von 26 Kameraden im aktiven Dienst. Weiterhin wurde HBM Frank Daubenbüchel auf der Delegiertenversammlung im November für seine 35 jährige Mitgliedschaft in der Löschgruppe geehrt.

 - 2015 -

Das Jahr 2015 war für die Löschgruppe mit nur 13 Alarmierungen recht ruhig. Neben den üblichen Brandeinsätzen und technischen Hilfeleistungen zu Sturm- und Wasserschäden, wurden die Kameraden der Wehr im Zuge einer Wachbesetzung zu einem Wohnungsbrand in der Gleueler Straße und anlässlich eines Bombenfundes zu einer großangelegten Evakuierung des Seniorenzentrums der Sozialbetriebe Köln in Riehl alarmiert.

Nach erfolgreicher Teilnahme am FIII-Lehrgang am IdF in Münster wurde der Kamerad Mathias Padziorny zum Brandmeister befördert. Weiterhin wurde Oberbrandmeister Andreas Peters zum stellvertretenden Löschgruppenführer ernannt und unterstützt somit die Löschgruppenführung um Brandoberinspektor Heinz Menda. Unterbrandmeister Torsten Vogels wurde anlässlich seines 25 jährigen Jubiläums als aktives Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr geehrt.

Die Löschgruppe nahm mit zwei Gruppen erfolgreich am Leistungsnachweis teil und erzielte dabei die zwei beiden besten Zeiten.

Eine gerätetechnische Verbesserung fand in der Neubeschaffung eines Logistik-Anhängers statt. Der zweiachsige Anhänger wurde durch den Förderverein der Löschgruppe finanziert und mit Gerätschaften zur technischen Hilfeleistung ausgerüstet.

 - 2016 -

Das Jahr 2016 war für die Löschgruppe ein Jahr mit großen Erfolgen, schmerzlichen Verlusten sowie des Wandels.

Nachdem die Mitglieder der Löschgruppe bereits auf der Jahreshauptversammlung im Februar eine neue Löschgruppenführung gewählt hatte, erfolgte im Mai die offizielle Amtsübergabe. Brandoberinspektor Heinz Menda und Tino Grunewald gaben ihre Ämter als Löschgruppenführer bzw. stellvertretender Löschgruppenführer nach langjähriger und sehr erfolgreicher Tätigkeit an Andreas Peters, der zugleich zum Hauptbrandmeister befördert wurde, und Nico Peters, der in der Folge den Lehrgang zum Gruppenführer am Institut der Feuerwehr in Münster absolvierte, ab.

Im September konnten die Wehrmänner sodann in Porz-Eil den Titel des Stadtmeisters verteidigen und den Pokal damit nach 2001, 2008 und 2014 zum nunmehr vierten Mal entgegen nehmen.

Im Oktober wurden die Kameraden Marco Euskirchen für 25 Jahre und Anton Odendahl für 60 Jahre Zugehörigkeit zur Feuerwehr Köln geehrt.

Nur wenige Tage nach diesen Feierlichkeiten verstarb im November völlig unerwartet und plötzlich UBM Max Blom im Alter von nur 25 Jahren. Diese Nachricht stellte die ansonsten durchweg positiven Ereignisse des Jahres in den Schatten und versetzte die Löschgruppe nachhaltig in tiefe Trauer.

Löschgruppenführer der Wehr:
Anton Klefisch 1906 - 1918
Wilhelm Paar 1918 - 1934
Wilhelm Freiberg 1934 - 1935
Christian Klefisch 1935 - 1936
Peter Schäfer 1936 - 1959
Willi Spix 1959 - 1977
Jakob Schlosser 1977 - 1986
Gerd Engels 1986 - 1995
Friedhelm Vogels 1995 - 2000
Heinz Menda 2001 - 2016
Andreas Peters 2016 - heute